Moor Aktionen 2026 bei CalauAuch dieses Jahr war wieder eine motivierte Gruppe junger Menschen in der Calauer Schweiz unterwegs und hat weitere Teile des Moores renaturiert. 40 Menschen aus sechs verschiedenen Ländern, gefördert über „Erasmus +“ haben im Abschnitt „kleine Hölle“ und „Kesselbach“ sechs Plomben gebaut und erweitert.Dafür wurden mehrere Kubikmeter Wasser und Matsch ausgehoben, insgesamt 40 Tonnen Sand aufgeschüttet und ca. 80 Holzpfähle verbaut. Die Holzpfähle waren aus dem lokalen Wald entnommen, Robinienholz, was sowieso im späteren Moor nicht als Baum vertreten sein wird. Der Sand kam ebenfalls aus der Region. Anschließend wurden die Plomben wieder mit Moos und anderen Pflanzen bepflanzt. Wir hoffen so, dass sich in den nächsten Jahren das Wasser in dem Gebiet wieder anstaut und ein Moorlebensraum entsteht. Besonderen Wert gibt dem künftigen Moor auch der Standort, denn es wird ein Hangmoor, von denen es in Deutschland nur recht wenige gibt. Außerdem haben wir uns sehr gefreut, denn die Erfolge der letzten Jahre waren an den Standorten gut zu erkennen und die Umsiedlung des seltenen Königsfarns war ebenfalls erfolgreich. Die internationalen Jugendlichen campten bei unserem Projektpartner Jörg Kubik in Calau. Tagsüber ging es meistens ins Moor und am Nachmittag gab es weitere schöne Aktivitäten wie Freibad, Volleyball, nationale Spezialitäten-Verkostung und Workshops. Außerdem erstellten die jungen Menschen gemeinsam ein Magazin zum Thema Moor, um so weiter junge Menschen zu erreichen und sie für den Moorschutz zu begeistern. Wir Danken unserem Partner Kulturnetz e.V. und Jugend für Europa, die durch Erasmus + das Moorcamp möglich gemacht haben. Wir hoffen nächstes Jahr wieder ein Moorcamp zu machen, denn die Anmeldungen und Teilnehmenden zeigen deutlich, dass junge Menschen gern anpacken und unsere biologische Vielfalt unterstützen und unser Klima schützen wollen. Dieses Jahr gibt es noch für alle Menschen offen, den Aktionstag der Naturfreunde: Am 10.10. in Calau (NL): www.naturfreunde.de/termin/revitalisierung-der-kleinen-hoelle-oktober Moore als beste Verbündete in der KlimakriseSchon früh beeindruckten Moore die Menschen, gruselten sie jedoch auch, sodass sie Teil vieler Sagen und Geschichten wurden. Vor einigen Jahrhunderten fing man dann an Moore zu nutzen, in dem man sie entwässerte, um die Flächen anderweitig zu nutzen. Etwa für die Forstwirtschaft, die Landwirtschaft oder als Bauland. So gingen große Teile unserer Moore verloren und weltweit existiert nur noch ein kleiner Teil der ursprünglichen Moore, weitere gehen jedes Jahr verloren. | |
|
Moore und was sie so besonders macht Moore gibt es dort, wo die Böden ganzjährig nass sind. Damit sind sie eine faszinierende Mischung aus Land und Wasser. Durch den hohen Wassergehalt und damit einem Abschluss von Sauerstoff werden Pflanzenteile von abgestorbenen Pflanzen in den Mooren nur anteilig zersetzt. Meist gehören Torfmoose, die die typischen fruchtbaren Torfböden bilden zu den mitunter am stärksten gefährdeten Moosen. , Stück für Stück wachsen sie im Moor immer Moor immer weiter anwachsen und bilden so die Torfböden. | |
Warum sind Moore so wichtig?Moore sind natürliche Ökosysteme, die Teil unserer natürlichen Landschaft sind. Sie sind Heimat vieler Tier- und Pflanzenarten und durch ihre besonderen Eigenschaften oft einziger Lebensraum für spezialisierte Arten. Je mehr Moore verloren gehen, desto weniger finden diese Arten ein Zuhause. Viele von ihnen sind bereits stark bedroht, z.B. das Braune Torfmoos, die Kleine Moosjungfer oder der Randring-Permutterfalter.
| |
|
Die große Herausforderung der Vernässung Mit der Wiedervernässung von Mooren geht immer auch ein Flächenverlust für andere Nutzungen einher, was besonders die land- und forstwirtschaftlichen Flächennutzer*innen betrifft die, große Teile ihrer Agrar- und Waldflächen aufgeben müssen und damit dann auch finanziellen Einbußen für die Flächenbewirtschafter*innen einhergehen können. | |
Was machen NaturFreunde und Naturfreundejugend?Auch in Brandenburg ist ein großer Teil der natürlichen Moore zerstört. Es sind ca. nur noch 2,5 % intakte Moore (www.rbb24.de/politik/beitrag/2023/01/mooratlas-brandenburg-moore-trockenlegung-klimaschaeden.html) in Brandenburg vorhanden. Deshalb wurden die NaturFreunde Brandenburg mit der Naturfreundejugend aktiv und Partner im Moorprojekt „Kleine Hölle“, ein eindrucksvoll eingeschnittenes Kerbtal welches am Nordrand der Calauer Schweiz im Süden von Brandenburg liegt. Es wird vom Cabeler Bach und seinen Nebenarmen durchströmt. Der Name weist auf ein versumpftes, kühles und dunkles Gebiet hin. Mehrere Quellaustritte aus umliegenden Höhenzügen speisen das Tal mit Wasser und lassen kleine Versumpfungsmoore entstehen. Nach der Wiederaufforstung der Calauer Schweiz, wurde in den 1930er Jahren der Wasserhaushalt durch das Einbringen von Entwässerungsgräben verändert. Seitdem wurde das Wasser schnell abgeleitet. Dabei fehlt es dem Moorkörper und dem Wald – insbesondere in trockenen Sommern. Die NaturFreunde Brandenburg haben mit dem Leiter des Naturparks „Niederlausitzer Landrücken“ Udo List, dem deutschlandweit aktiven Verein „We want Moor“ und Jörg Kubick die Arbeitseinsätze geplant und zusammen gestaltet. Die Arbeitseinsätze zielen darauf ab, das Wasser wieder länger im Gebiet zu halten. Seit 2022 wurden drei Moorplomben an dem Nebenarm des Cabeler Bachs und, ca. 35 m Grabenverschluss mit Ton und Sand gebaut und das mit viel Schweiß und Schwielen. Für die Aktionen waren alle im Einsatz - die 2-, und 58-Jährigen - Große, wie Kleine, Hände und Kräfte waren nötig. Bei dem Klima-Moor-Camp im Juli 2023 haben wir zusammen mit der Naturfreundejugend Brandenburg acht Jugendliche begeistert, zu „Moorretter*innen zu werden und so zu helfen, dass Quellmoore im Bereich der „Kleinen Hölle“ ihren natürlichen Zustand wiedererlangen können. Schon jetzt sieht man, wie dass Wasser in der Fläche gehalten wird, sich kleine Seen bilden und auch Torfmoose wieder anwachsen. Der Moorkörper kann sich so wieder regenerieren. Die ausgleichende Wirkung auf das Wasserangebot und das Lokalklima kommt zugleich den umliegenden Waldbeständen zugute. Wir sind noch nicht fertig und wir sehen durch diesen Erfolg der Wiedervernässung, dass jeder einen Teil beitragen kann und sollte! Die Kleinen im Bunde fragen schon: „Wann geht es wieder in´s Moor?“ und so machen wir weiter: „Zukunft vor, noch ein Moor!“ – du bist herzlich eingeladen, uns dabei zu unterstützen! Feststehende Termine findest du unten auf der Seite oder auf unseren Webseiten unter „Termine“. Unsere Forderungen an die Politik:Auf landespolitischer Ebene:
Auf bundespolitischer Ebene:
| |
Wie du dich beteiligen kannstDu möchtest unsere Arbeit unterstützen? Sehr gern! Hier ein paar Vorschläge, wie das geht. Deiner Kreativität sind hier jedoch keine Grenzen gesetzt und du kannst gern weitere Dinge vorschlagen. Schreibe uns gern an: zbczrczacznczdczecznczbczuczrczgczØcznczfczjczdcz.czdczecWas wir beispielsweise vorschlagen: | |
| |
Quellen & Literatur:
-
rbb24.de/politik/beitrag/2023/01/mooratlas-brandenburg-moore-trockenlegung-klimaschaeden.html
- Mooratlas der Böllstiftung (als PDF) boell.de/de/mooratlas
- Karlhans Göttlich: Moor- und Torfkunde. 3., neubearbeitete Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele & Obermiller), Stuttgart 1990, ISBN 3-510-65139-1.
- Moore in Brandenburg und Berlin von Vera Luthardt und weitere : www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/A1034434819
Gefördert durch:
Grafik von: sarah-heuzeroth.de/portfolio-item/moore